Die Frauen
- von Michael Knorr -

Was bleibt für euch Frauen in der Erziehung eurer Söhne noch übrig bei all der Männeremanzipation und der Diskussion, was Väter alles Gutes mit ihren Söhnen machen können?

Ihr sollt und braucht die Männer und Väter nicht ersetzen - und auch ihnen nichts abnehmen.
Ihr könnt bei diesem Thema (siehe vorangehenden Artikel) jedoch ergänzen. Es gibt Bereiche, von denen wir Männer wenig Ahnung haben. In welche Geheimnisse könnt ihr uns einweihen? Und vor allem: mit welcher Haltung könnt ihr das tun?

Prüft bitte zuerst: Wollt Ihr die Jungs nur netter machen oder nehmt ihr sie ernst in ihrem Anderssein?
Diese Jungs sind sensibel für eure Veränderungswünsche. Sie spüren es mit feinen Antennen und sehen den Schraubenschlüssel in euerer Hand, bereit, an ihnen herumzuschrauben, dem sich aber schon viele eurer Männer und der Vater bei Eurer Mutter erfolgreich widersetzt haben.
Legt den Schraubenschlüssel zur Seite. Berichtet vielmehr von der Angst der Frauen, wenn euch auf der gleichen Gehsteigseite ein lärmender Pulk von Männern entgegenkommt und ihr deshalb die Seite wechselt.

Berichtet von eurem Erleben und der Ungerechtigkeit, eingeschränkt zu sein in eurer Beweglichkeit, nicht mit gleichem Recht abends allein unterwegs zu sein oder mit Frauen in ein anderes Land zu reisen, wie es Männer tun, - ohne Angst vor Anmache oder Gewalt. Sagt es mit eurem Herz und ohne Vorwurf. Diese Jungs fühlen dann mit euch; denn sie sind junge Ritter!

Sprecht von eurem Wunsch nach einem Mann, der Fehler zugibt und der dadurch bei Euch an Größe gewinnt.

Sprecht von eurem Bedürfnis nach Sicherheit und eurem Wunsch nach Selbstbestimmung - Eurem Bedürfnis nach Schutz und Fürsorge.

Erzählt von Eurer großen Sehnsucht, wie Schutz und Fürsorge und das Recht auf Selbstbestimmung zusammen sich ergänzen können.

Sprecht von Euren Erfahrungen als Mädchen im Umgang mit Jungs, von Eurem ersten Mann und sprecht darüber, was eine Frau wirklich in der Sexualität braucht und begehrt.

Sprecht Jungen frei von sportlichen Leistungen im Bett und frei vom unbedingten Gelingen, die Frau „zum Orgasmus zu bringen".

Sprecht von Hingabe und dem unerlässlichen Gefühl der inneren Verbundenheit mit dem Mann in eurem Bett und von dem Rest, der von alleine kommt.